Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg
Potsdam | Vila Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47
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0331-280 41 03
Eintritt: 15 €
Im März 1965 begegneten sich die Schriftstellerin Brigitte Reimann und der Schriftsteller Günter de Bruyn zum ersten Mal. In Reimanns Tagebuch findet sich dazu die Notiz: »Lernte Günter de Bruyn kennen, der mir einen vorzüglichen Eindruck machte.« Wie es danach weiterging, davon war bislang nur aus den Aufzeichnungen der Schriftstellerin zu erfahren: Es gab zufällige wie geplante Treffen, und die beiden schrieben sich hin und wieder Briefe. Günter de Bruyn hat weder in seinen autobiografischen Texten noch in anderer Weise diese Bekanntschaft jemals öffentlich erwähnt. In seinem Nachlass fanden sich jedoch Briefe an Brigitte Reimann und sie betreffende Tagebucheintragungen – Dokumente eines intensiven Austausches unter Kollegen, in denen Persönliches ebenso thematisiert wurde wie Probleme bei Verbandstreffen und Schriftstellerkongressen. Im Zentrum aber standen die literarische Produktivität des jeweils anderen sowie eine respektvolle Anteilnahme füreinander. Mit der Publikation werden erstmals sämtliche bislang aufgefundenen Briefe und Postkarten zwischen Brigitte Reimann und Günter de Bruyn veröffentlicht und von Carola Wiemers literatur- und zeithistorisch verortet.
Im Anschluss spricht Peter Walther mit der Herausgeberin des Briefwechsels, Carola Wiemers.
Jutta Hoffmann, geboren 1941, zählt zu den beliebtesten deutschen Bühnen- und Filmschauspielerinnen. Bekannt wurde sie durch die Fallada-Verfilmung »Kleiner Mann – was nun?«. Mit großem Erfolg arbeitete sie u.a. an Münchner, Hamburger und Salzburger Bühnen. 2017 wurde sie für ihre Rolle in dem Fernsehfilm »Ein Teil von uns« mit dem Grimme-Preis sowie dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet.
Günter de Bruyn wurde 1926 in Berlin geboren und lebte seit 1969 im brandenburgischen Görsdorf bei Beeskow als freier Schriftsteller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören u.a. die beiden kulturgeschichtlichen Essays »Als Poesie gut« und »Die Zeit der schweren Not«, die autobiographischen Bände »Zwischenbilanz« und »Vierzig Jahre« sowie die Romane »Buridans Esel« und »Neue Herrlichkeit«. Zuletzt erschien bei S. Fischer der Titel »Der neunzigste Geburtstag« (2018). Günter de Bruyn starb am 4. Oktober 2020 in Bad Saarow.
Carola Wiemers, 1957 geboren, ist Dozentin, Literaturkritikerin und Feature-Autorin.
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Eintritt: 12 / 10 €
Das Herausgeberduo stellt seine Edition vor, berichtet von aufregenden Entdeckungen und zeigt, dass das letzte Wort zum großen Dichter Peter Huchel noch lange nicht gesprochen ist.
Auf eine ganz erstaunliche, überraschende Weise zeigt uns die neue Sammlung der Gedichte Peter Huchels den berühmten Autor: Roland Berbig und Hannah Markus, vom Suhrkamp Verlag zu einer Neuausgabe der Gedichte eingeladen, haben erkannt, dass sich ein völlig verändertes Bild der Dichtung Peter Huchels ergibt, nimmt man die Gedichte in ihrer ersten gedruckten Form in den Blick. Was waren das für Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien, in die der allzeit zögerliche Huchel seine Verse zuallererst drucken ließ? In welche literarische oder politische Gesellschaft gerieten sie dabei? Und wieviel änderte Huchel für spätere Veröffentlichungen noch einmal an diesen Gedichten? Das herauszufinden, war ein Abenteuer, es führte in die Tiefen des Marbacher Literaturarchivs und in langsam sich auflösende Papierwelten. Wie sich diese Geschichte letztlich auch als eine ihres Verfassers Peter Huchel erweist, erfahren wir am Abend dieser Buchpremiere.
Peter Huchel (1903-1981), einer der bedeutendsten deutschen Lyriker nach 1945. Lange Jahre Chefredakteur der Zeitschrift »Sinn und Form«, 1962 aus ideologischen Gründen zum Rücktritt gezwungen, durfte er nach weiterhin anhaltenden Auseinandersetzungen mit dem DDR-Regime 1971 ausreisen.
Hannah Markus, geboren 1980, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift »Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens« und der Edition zu Gershom Scholems »Poetica«. Ihre Forschungsschwerpunkte gelten der deutschsprachigen Lyrik im 20. Jahrhundert sowie der Genese literarischer Texte.
Roland Berbig, geboren 1954, war bis 2019 Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, von 1980 an Mitglied des Vorstands und von 2018 bis 2022 Vorsitzender der Theodor Fontane Gesellschaft. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens« und hat zahlreiche Studien und Editionen zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Peter-Huchel-Hauses und des Brandenburgischen Literaturbüros.
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Rüdiger Safranskis philosophische Antwort auf die Frage, wie Künstliche Intelligenz unser Selbstverständnis als Menschen verändert
Weil er über einen Geist verfügt, konnte der Mensch bis vor kurzem glauben, etwas Besonderes zu sein. Dann kam die Künstliche Intelligenz. Dass sie viele Aufgaben besser löst als wir, war für die Menschheit Versprechen und Kränkung zugleich: Das wäre dann die Vierte Kränkung seit der kopernikanischen Wende, Darwins Evolutionstheorie und Freuds Entdeckung des Unbewussten. Haben sich die Ideen des Humanismus überlebt? Rüdiger Safranski erinnert daran, dass der Mensch im Unterschied zu Algorithmen über ein Bewusstsein verfügt, Emotionen wahrnimmt, über sich selbst nachdenken und sich frei entscheiden kann. Das sind große Themen der Philosophie. Sie setzt Orientierungsmarken, die uns helfen, auch in Zukunft unseren Platz in der Welt zu finden.
Rüdiger Safranski, geboren 1945, studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent, Herausgeber und Redakteur der »Berliner Hefte«, Dozent in der Erwachsenenbildung, seit 1986 ist er freier Autor. Für sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Werk wurde er u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis (2014), mit dem Ludwig-Börne-Preis (2017) und dem Deutschen Nationalpreis (2018) ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: »Hölderlin. Komm! ins Offene, Freund! Biographie« (2019), »Klassiker!« (2019, mit Michael Krüger und Martin Meyer), »Einzeln sein« (2021) und »Kafka. Um sein Leben schreiben« (2024). Rüdiger Safranski lebt in Badenweiler.
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.
Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47
Karten unter:
0331 / 2804103
Eintritt: 15 €
"Ein Sachbuch, spannend wie ein Thriller. In seiner Hanussen-Biographie schildert Peter Walther mit dem Leben und Sterben einer ihrer schillerndsten Persönlichkeiten zugleich den Wahnsinn einer Zeit, die den Okkultismus feierte. Eine Zeit, der die Hochstapelei ihrer Trickkünstler und Hellseher weniger gefährlich werden sollte als die Hochstapelei ihrer politischen Rattenfänger.“ - Volker Kutscher -
„Was ist Magie?“, fragt Erik Jan Hanussen. „Die Menschen im Glauben an das Wunderbare zu bestärken“. Hinter der Maske des schillernden Hellsehers verbarg sich der jüdische Artist Hermann Steinschneider (1889–1933). Aus ärmlichen Verhältnissen stieg er zu einem der berühmtesten Unterhaltungskünstler der Weimarer Republik auf. Doch als er sich mit den Nationalsozialisten einließ, wurde aus Täuschung und Verführung bitterer Ernst. Gestützt auf bislang unbekannte Quellen erzählt diese Biografie die Geschichte eines genialen Selbstvermarkters zwischen Varieté-Okkultismus und den Abgründen der Politik.
Peter Walther, geb. 1965 in Berlin, veröffentlichte u. a. zu Peter Huchel, Goethe und Günter Eich. Zuletzt erschien seine Biografie „Fallada“ (2017) und „Fieber. Universum Berlin 1930–1933“ (2020). Gemeinsam mit Hendrik Röder leitet er das Brandenburgische Literaturbüro.
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Als Rainer Maria Rilke 1926 starb, lagen ruhelose Jahrzehnte hinter ihm. Ob in der Künstlerkolonie Worpswede, bei dem Vorbild Rodin in Paris oder bei den Frauen, die ihn durchs Leben trugen, es hielt ihn nirgends lange. Der europaweit bestens vernetzte Einzelgänger, der bis zu Tolstoi nach Russland kam, wollte Bewegungsfreiheit, Berührungen, Resonanzen. Von einer Ideologie ließ er sich nie vereinnahmen. Allem Festen und Beständigen im Denken und in der Liebe misstraute er genauso wie allem Eindeutigen zwischen Mann und Frau. Wohl auch deshalb vereinte er so viele scheinbare Widersprüche und Aufbrüche seiner Zeit in sich: die Lebensreform, die Religion der Erde, den Spiritismus, die Fortschritts- und Technikkritik, die Kultur der alteuropäischen Aristokratie und das moderne Paris Baudelaires. Rilke fand auf eigenen Wegen Worte und Bilder für den Zusammenhang von Leben und Tod, der sich letztlich – wie er erkannte – dem kalten Verstand entzieht.
Iris Radisch, geboren 1959 in Berlin, ist Literaturkritikerin, Redakteurin und Buchautorin. Seit 1990 schreibt sie für die Wochenzeitung Die Zeit, wo sie Literaturchefin war und das Feuilleton leitete. Sie gehörte zum Team der ZDF-Sendung «Das literarische Quartett» und war Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises, deren Vorsitz sie fünf Jahre innehatte. 2013 erschien das Buch Camus. Das Ideal der Einfachheit, das viele Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Ebenfalls bei Rowohlt erschienen Die letzten Dinge. Lebensendgespräche (2015) und Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben (2017).